„Verlusterfahrungen und Verlustvergessenheit im Angesicht der Berliner Baugeschichte“
Michael Wesely im Streitgespräch mit Benedikt Göbel über die fotografische Visualisierung von Baugeschichte und Stadtentwicklung
Veranstaltung zum Abschluss der Ausstellung „Bilder über Bilder. 80 Jahre Kriegsende. Berlin 1945/46–2025“ am 13. Juni 2025, 19 Uhr, Papierhalle, Axel-Springer-Straße 43, Berlin.
Anhand einzelner Bilder sprechen der Fotokünstler Michael Wesely und der Historiker und Stadtforscher Benedikt Goebel über die Wahrnehmung der Stadt zwischen Zerstörung, Verlust, Wiederaufbau und Modernisierung. Und darüber, wie sich die räumliche und architektonische Entwicklung Berlins fotografisch visualisieren lässt – für ein lebendiges Bildgedächtnis einer Stadt, die immer im Werden ist und ihre Zukunft hoffentlich wieder mit Zuversicht, Experimentierfreude und Erinnerungsfähigkeit gestaltet. Anmeldung hier.
Die Fotos der Ausstellung sind Teil der Werkgruppe „DoubleDay“, die Michael Wesely seit 2018 in immer neuen Facetten weiterentwickelt. Angefangen mit Mies van-der-Rohes Haus Lemke in Berlin Weissensee über das Liebermann-Projekt bis zu seiner neuen Serie „Bilder über Bilder“ zur Erinnerung an das Ende des 2. Weltkrieges in Europa vor 80 Jahren, legt Michael Wesely auf historische Aufnahmen von Fotografen wie Hein Gorny und Friedrich Seidenstücker seine Bilder von heute, die er von dem exakt gleichen Standpunkt aufnimmt, wie seine Kollegen damals. So entstehen hochdifferenzierte Langzeitbelichtungen in die Vergangenheit, unter denen unsere Gegenwart hindurchschimmert. Und künstlerische Dialoge, die die Entwicklung der Berliner Stadträume mit ihren Abrissen, Neuplanungen und Rekonstruktionen bis heute vorstellbar machen.