Über das Sehen, Erinnern und die Wandelbarkeit einer Stadt: Michael Weselys neuer DoubleDay-Band Prenzlauer Berg

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Aus Anlass der Ausstellung „Michael Wesely: Doubleday Prenzlauer Berg 1887–2026“ im Museum Pankow erscheint am 11. September 2026 im Wasmuth Verlag ein neues Buch des Fotokünstlers Michael Wesely.

Im Zentrum des Bandes stehen neue Fotoarbeiten von Michael Wesely aus seiner Werkgruppe Doubleday, bei der er den Fragen nachgeht: Was bleibt von einem Ort, wenn die Zeit über ihn hinweggeht? Und was verschwindet? Ausgangspunkt sind historische Fotografien aus der Sammlung des Museums Pankow wie zum Beispiel vom Wasserturm, der Kulturbrauerei oder der Schönhauser Allee.

Für seine Fotografien sucht Michael Wesely die jeweiligen Aufnahmestandorte der damaligen Fotografen Gerd Danigel, Rolf Goetze, Herbert Maschke oder Fritz Tiedemann im heutigen Stadtraum auf und legt seine eigenen, passgenau entstandenen Bildern über die historischen Bilder.

So entstehen vielschichtige Bildräume, in denen sich Vergangenheit und Gegenwart überlagern: Gründerzeit, Weimarer Republik und DDR treffen auf den heutigen Prenzlauer Berg; Straßen, Höfe, Häuserfronten und Menschen erscheinen zugleich vertraut und fremd. Die Fotoarbeiten machen die Brüche, Kontinuitäten und Verluste eines Stadtteils sichtbar, der wie kaum ein anderer für politischen, sozialen und baulichen Wandel steht.

Weselys Fotografien führen vor Augen, dass die Stadt nie stillsteht, oder, wie der Schriftsteller David Wagner schreibt: „Weselys Bilder zeigen, was wir sehen und nicht sehen können, wenn wir durch Prenzlauer Berg spazieren. Sie zeigen, wovon wir Nachgeborenen und Zugezogenen nur träumen können.“ Wagners Texte begleiten die Fotografien mit einem gleichermaßen persönlichen wie präzisen Blick auf den Prenzlauer Berg.

Die Ausstellung ist vom 11. September 2026 bis zum 28. März 2027 im Pankow Museum zu sehen und wird während ihrer Laufzeit von Lesungen und Präsentationen begleitet. Die Eröffnung findet am 10. September um 19 Uhr in der Prenzlauer Allee 227/228 statt. Das Programm steht hier.